Mariazeller Preis 2024/25 – Kategorie Genossenschaftsjagd
Geboltskirchen liegt am nordöstlichen Ausläufer des Hausruckwaldes im Bezirk Grieskirchen (Oberösterreich) direkt angrenzend an die Bezirke Ried und Vöcklabruck. Das genossenschaftliche Jagdgebiet ist 1600ha groß. Der Waldanteil beträgt mit den arrondierten Flächen 38%.
Der ehemals vom Bergbau geprägte Ort hat 1.473 Einwohner. Der niedrigste Punkt in der Gemeinde ist 450 Meter die höchste Erhebung ist der Sulzberg mit 770 Meter. Der Hausruck ist ein seichtes Hügelland und gehört zusammen mit dem Kobernaußerwald zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Europas.
Hauptwildart in der Genossenschaftsjagd Geboltskirchen ist das Reh. Geringe Schwarzwildvorkommen und vereinzelt Muffelwild bestimmen neben bescheidenen Niederwildvorkommen das jagdliche Geschehen.
Die dominierende Waldgesellschaft ist der Fichten-Tannen-Buchenwald am Hausruck, die auch gleichsam das Rückzugsgebiet für unsere Wildarten, vor allem während der Wintermonate, darstellt. In den tieferen Lagen ist das Jagdgebiet sehr strukturiert und vor allem landwirtschaftlich geprägt, wobei die bewaldeten Randlinien, meist entstanden durch kleinere Gewässer mit Laubhölzern wie der Schwarzerle, Stieleiche, Gemeinen Esche, Bergahorn und Ulme als Hauptbaumart, aber auch zahlreichen Pionierbaumarten bestockt sind.
Die Besitzstruktur in den tieferen landwirtschaftlichen Teilbereichen ist eher klein, in den hügeligen und vor allem forstlich interessanteren Bereichen des Hausruckes sind größere Waldbesitzer festzustellen, wobei die Jagdgesellschaft unter Jagdleiter Bernhard Littich mit der größten Eigenjagd des Bezirkes Grieskirchen, dem Waldgut Fritz Hatschek, eine jährlich kündbare private Vereinbarung über Arrondierungsflächen von weit über 100 ha abgeschlossen hat, die schon über fünf Jahrzehnte besteht. Somit wurden angrenzende landwirtschaftliche Flächen an die Eigenjagd abgegeben, von welcher wiederum Waldgebiete angrenzend an die Kerngebiete der genossenschaftlichen Jagd jagdlich überlassen wurden.
„Diese gelebte Partnerschaft hat nicht nur jagdlich große Vorteile für beide, wir haben mit der Genossenschaftsjagd Geboltskirchen auch einen Partner, mit dem wir unsere forstlichen Ziele nachhaltig und konsequent umsetzen können“, so der Wirtschaftsführer des Waldgutes, Oberförster Ing. Hans Taurer.
„Es ist uns wichtig, unsere Bestände weitgehend naturnah zu bewirtschaften, alle Hauptbaumarten und hier vor allem die Tanne natürlich zu verjüngen, um stabile und wirtschaftlich interessante Bestände für die Zukunft zu erzielen. Weiters ist es wichtig, zusätzlich eingebrachte Baumarten wie die Lärche ohne künstlichen Schutz aufzubringen. Dies schließt aber nicht aus, auch die Jagd hochwertig zu betreiben und auch hier nachhaltig reife, alte Trophäenträger bei konsequentem Eingreifen in der Jugendklasse zu erlegen.“